Ein ganzes Land ist geschockt, und die Betroffenden liegen sich stumm schluchzend in den Armen. Es ist einfach nur schockierend, was eine Jugendtruppe, die einen Urlaub in einem Jugendcamp auf der Insel Utøya verbrachten. Denn sie waren dabei, als Norwegen das schlimmste Szenario nach dem Zweiten Weltkrieg erleben musste. Dort hatte nämlich der 32-jährige
Anders Breivik über 90 Jugendliche in einem brutalen, ca. 100-minütigen Massaker gnadenlos erschossen.
Ich war mitten auf der Insel als ich einen Schuss hörte. Erst dachte ich es sei ein Feuerwerk". Als wir realisierten, dass es ernst ist, sind wir gelaufen. So schnell wir konnten, rannten wir zum Fähranleger."
"Er war groß, hatte dunkle Kleidung an. Meine Freunde und ich rannten in den Wald, versteckten uns hinter Bäumen. Aber die Schüsse kamen näher... Viele meiner Freunde sind tot."
Es ist einfach nur erschütternd, was die Jugendlichen dort erleben mussten... mitanzusehen, wie ihre Freunde vor ihren Augen erschossen werden, aus Todesangst haben sie zwischen Leichen gelegt und sich tot gestellt. Andere Aussagen bezeugen über die bruatle Vorgehensweise des 32-jährigen. Wie er gezielt auf Leute schoss, die sich tot stellten, wie er immer 2 Schüsse loslies um auch sicher zugehen, dass sein Ziel wirklich tot ist und jedesmal einen Jubel ausrief, wenn er jemanden hingerichtet hatte.
Aber was muss in so einem kranken Menschen vor sich gehen? Anders Breivik scheint ein ganz normaler Mann, wie jeder andere zu sein. Konservativ, christlich, Jäger, Video-Spieler, Freimaurer sei er. Er hört gern Musik, vorallem Trance, steht auf Filme wie "300", im TV schaut er sich "Caprica" an, eine Geschichte über Arbeiterroboter, die sich gegen die Menschheit wenden, und auch "True Shield" und "True Blood" sind Streifen, die er zu seinen Lieblingen zählt. Nun fragt man sich - sind das schon Anzeichen, die auf seine Tat zurückzuführen sind?
Am 17. Juli erstelle er einen Facebook-Account, die man als Visitenkarte seiner sehen durfte - alles passte wie die Faust auf's Auge, jeder Schritt termingerecht aufgeführt. Man sollte über seine Zeilen anchdenken, rätseln, was für ein Mensch er ist, mit Erfolg.
Doch einer ernsten Schuld, ist er sich nicht bewusst. Seine Tat beschrieb er als
"grausam, aber notwendig". Bei seinem Geständnis sagte er
"Ja, ich gestehe den Bombenanschlag im Regierungsviertel. Ja, und ich gestehe die Schüsse auf der Insel. Aber eines Verbrechens bin ich nicht schuldig. Mich trifft keine strafrechtliche Schuld." "Ich habe nur aufgehört, weil ich keine Munition mehr hatte."
Unfassbar, das Anders B. da von sich gibt. Sein Motiv beschreibt er wie folgt:
"ch bin zu der Insel gefahren, weil ich den Jungsozialisten zeigen wollte, dass sich der Tag des Jüngsten Gerichts nähert, wenn sie nicht bald ihre Politik ändern. Für mich sind alle Mitglieder der Arbeiterpartei Marxisten. Ich habe alle Methoden gegen die Arbeiterpartei ausprobiert und bin zu dem Schluss gekommen, dass Gewalt der einzige Ausweg ist."
Sein Anwalt gibt dazu folgende Aussage:
"Er wollte die norwegische Gesellschaft angreifen, um sie zu verändern."
Auf die Frage hin, ob er Komplizen gehabt habe, sagte Anders B.:
"Nein, ich habe ganz allein gehandelt."
Ein Polizeisprecher verriet außerdem:
"Während des Verhörs haben wir ihm immer wieder das unglaublich Ausmaß des Schadens und die Zahl der Toten erklärt. Seine Reaktion war enorm kaltblütig."
Auch scheint Anders B. großen Wert darauf zu legen, dass alle Öffentlichkeit von seinen Taten erfährt, und auch seine Hintergründe. So verlang im Verhör:
"Ich will eine öffentliche Haftvorführung, um den Hintergrund für meine Taten zu erklären!"
Man erkennt also sofort, dass Anders Breivik in der Tat kein normaler Mensch ist. Besessen davon, sein Land zu verändern scheute er nichts, und ging dabei äußerst brutal und kaltblütig vor. Das einzige, womit dieser Mensch bestraft werden kann, sind 21 Jahre Haft, doch was ist das schon, im Vergleich dazu, dass er ein ganzes Land in Angst und schrecken versetzt hat.
Quelle: Tagesschau, Bild.de