Ein Klischee, das sich hartnäckig bis dato hält, ist der Einfluss von Videospielen auf Kinder und Jugendliche. Insbesondere gewalttätigen Spielen wird angedichtet, dass sie zur seelischen Verrohung führen würden und in letzter Konsequenz die Konsumenten zu Amokläufern werden ließen.
Nun hat aber der amerikanische Psychologe Patrick Markey von der Universität Villanova (Pennsylvania) eine Studie vorgelegt, die besagt, dass die Persönlichkeit des Spielers starken Einfluss auf Gewaltbereitschaft hat. Dennoch sollten Kinder, die grundsätzlich latent gewaltbereit sind, von brutalen Videospielen ferngehalten werden.
Konkret sagt Markey:
"Video games are not simply good or bad for everybody. But for some individuals who have certain dispositions, if they play video games they're much more likely to be negatively affected."
Der negative Einfluss betrifft laut Markey hauptsächlich Leute mit starken Neurosen, geringer Akzeptanz und schwachem Gewissen. Die Studie wurde bereits 2009 mit 118 Probanden durchgeführt, von denen eine Hälfte gewalthaltige und die andere Hälfte gewaltfreie Spiele spielte.
Eine weitere Studie von Paul Adachi (Universität Brock, St. Catharines, Ontario) unterstützt die These, dass die Gewaltdarstellung nicht der Hauptagressor ist. Laut dieser Studie ist vor allem der Wettkampfcharakter einiger Spiele ausschlaggebend für aggressives Verhalten.
"We found — irrespective of violent content — the two highly competitive games produced more aggressive behavior than the two less competitive games."
Zudem gab es eine Reihe weiterer Studien zum Thema Videospiele:
- Das Simmons College hat herausgefunden, dass 7-15jährige weniger Empathie zeigen und auch Gewalt gegenüber aufgeschlossener sind, wenn sie stark Gewalt darstellenden Videospielen ausgesetzt sind
- Die Ohio State University sagt, dass beruhigende Videospiele eine freundlichere und fröhlichere Persönlichkeit zur Folgen haben können
- Laut der Brigham Youth University kann es positive Effekte auf Mädchen im Alter von 11 bis 16 haben, wenn sie mit der Familie Videospiele spielen. Dies soll die emotionale Stabilität und die Bindung zur Familie stärken.
Zudem gibt es auch Stimmen von Videospielern:
Eric Beaudoin, 25, a Los Angeles graduate student in psychology, says playing is a "stress-reliever."
"I can forget about my dissertation, my practicum and my clients and shoot some monsters," he says.
High school freshman Tia Strickland, 14, of Washington, D.C., is new to gaming and just started playing Angry Birds. "I'm really addicted to it," she says. "If I lose, I say I have to keep on playing. Once I win, I feel so satisfied."
David Gorelick vom Institut für Drogenmissbrauch sagt, dass es noch zu wenig Daten gäbe, um konkret zu bestimmen, warum ein Mensch videospielsüchtig werde.
Quelle: USA Today
__________________________________________
Kommentar: Im Westen nix neues. Leider gibt es auch Studien, die anderweitige Informationen hergeben, weshalb das Thema Videospiele wohl ein konstanter Zankapfel in der Gesellschaft sein wird.