Dolphin-Emulator | Die echten FPS-Boost-Tricks!

Einige Informationen
Bevor man sich an dieses HowTo wagt, sollte man sich im Klaren sein, ob man auch die benötigte Hardware besitzt, damit Dolphin einigermaßen gut laufen kann. Benötigt wird mindestens:
- Ein aktuelles Betriebssystem (Windows XP oder höher, Linux oder Mac OS X)
- Eine schnelle CPU mit SSE2 und mindestens 2.0 GHz. (Beste Wahl: Intel Core Prozessoren der 2. Generation)
- Eine GPU mit Pixel Shader 2.0 oder höher. (Integrierte, alte GPUs von Intel sind meist inkompatibel und zu schwach. Die neuesten hingegen funktionieren recht gut.)
Um herauszufinden, ob die CPU und GPU die Mindestanforderungen erfüllen, eigenen sich die Programme CPU-Z und GPU-Z gut.
So, getestet wurde das ganze auf folgendem Notebook, einem
Lenovo IdeaPad Z570 (15.6 Zoll Notebook). Dank geschickten Einsatz der FPS-Boost-Möglichkeiten kann ich so all meine Wii- und GameCube-Games nahezu auf Fullspeed spielen. Sogar die härtesten Games, Super Mario Galaxy 1 + 2, laufen mit 88-95% Speed. Und das auf 720p mit guter Grafik!
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Prozessor
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Grafikkarte
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Betriebssystem
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Arbeitsspeicher
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Dolphin-Version
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Intel Core i7-2670QM
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nVIDIA GeForce GT 540M
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Windows 7 Home Premium 64-Bit
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4096 MB DDR3
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3.0-413 ICC optimiert (AVX)
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Dolphin kann ziemlich viel Hitze im inneren des PCs bzw. Notebooks erzeugen! Deshalb wird dringend empfohlen, die Temperaturen im Auge zu behalten. Dazu eignen sich Programme, wie CoreTemp oder HWMonitor. Die höchst gemessene Temperatur lag bei mir bei 95 Grad, normalerweise liegt sie bei 70-85 Grad, je nach Game.
FPS-Boost-Tipps | Klappe, die Erste!
Vermutlich hat schon der ein oder andere von
SSE3,
SSE4, SSE4.1, SSE4.2 oder
AVX gehört. Doch was genau ist das?
ICC steht für den
Intel
C++
Compiler. Wenn man mit diesem Compiler Dolphin kompiliert, kann man oben genannte Instruktionen setzen. Je nach Prozessor bewirkt das so eine Erhöhung der Performance.
Diese Instruktionen werden von Intel- und AMD-CPUs unterstützt. Moderne CPUs unterstützen meist alle genannten Instruktionen, wobei es kaum einen Unterschied zwischen SSE4.2 und AVX gibt. Um herauszufinden, welche Instruktionen die CPU unterstützt, sollte man das Programm
CPU-Z befragen.
Die ICC-optimierten Dolphin-Versionen werden allerdings nicht vom offiziellen Dolphin-Team supportet. Falls man also Probleme hat, sollte man sich an den jeweiligen Kompilierer wenden (z.B. Lectrode, vlakipn oder mich

). Unterhalb sind Links zu den ICC-optimierten Versionen aufgelistet.
vlakipn:
Lectrode:
DefenderX:
So können gleich am Anfang zusätzliche FPS gewonnen werden. Zuvor sollte man aber die normalen Versionen testen, womöglich hat man die ICC-optimierten Versionen gar nicht nötig. Des Weiteren sollte man die verschiedenen Instruktionen ausprobieren. Bei mir z.B. läuft zurzeit die ICC-optimierte Version mit AVX am schnellsten.
Dolphin ist mehr CPU- als GPU-lastig.
FPS-Boost-Tipps | Klappe, die Zweite!
Jetzt kommen wir zu den eigentlichen FPS-Boost-Tricks .Schauen wir uns mal die allgemeinen Dolphin-Einstellungen an.
Normalerweise ist die Option
Dual-Core aktivieren aktiv. Dies soll auch so bleiben, zumindest wenn man mindestens einen Dual-Core Prozessor verbaut hat. Die Option
Idle-Skipping verhindert, dass die CPU nach einer gewissen Inaktivitätszeit in den Idle-Modus wechselt. Sollte auch unbedingt aktivert sein. Beide Optionen erhöhen die FPS-Rate um ein vielfaches.
Die CPU Emulator Engine ist normalerweise der
JIT Recompiler. Nutzt man ein 32-Bit Betriebssystem, sollte auf den experimentellen
JITIL Recompiler umgestiegen werden. Denn Dolphin läuft auf 64-Bit Systemen schneller als auf 32-Bit Systemen. Der JITIL Recompiler gleicht dieses kleine Manko ein wenig aus. Sollten Probleme auftreten, sollte man wieder auf den normalen JIT Recompiler umsteigen.
Das
Framelimit sollte auf
Automatisch bleiben. Bei Soundproblemen sollte es auf
Audio gestellt werden. In früheren Versionen von Dolphin wird diese Option als
Audio Throttle bezeichnet.
Die Option
Lock Threads to Cores ist standardmäßg nicht aktiviert. Hat man mindestens einen guten Dual-Core Prozessor, sollte man diese Option aktvieren. Dadurch kann pro Kern nur ein Thread ausgeführt werden. Besonders sinnvoll erscheint diese Option bei Quad- und Hexacore-CPUs. Doch so gut sich diese Option auch anhört, sie kann auch Probleme verursachen und schwache CPUs in die Knie zwingen. Außerdem kann sie, je nach System, erhöhte Temperaturen hervorrufen.
FPS-Boost-Tipps | Klappe, die Dritte!
Kommen wir nun zu den Sound-Einstellungen, auch
DSP-Plugin, genannt.
Standardmäßig ist das
DSP HLE-Plugin aktiv. Damit wird der Sound und die Musik sauber und schnell emuliert, deshalb sollte das so gelassen werden. Einige Games hingegen kommen mit DSP HLE nicht klar und müssen auf den langsamen
DSP LLE Recompiler umsteigen (zwei bestimmte Dateien werden benötigt!). Selbst ein Intel Core i5-2500 kann Games mit aktiviertem DSP LLE Plugin nicht dauerhaft auf Fullspeed spielen. Meine CPU packt DSP LLE recht akzeptabel, im Durchschnitt erreiche ich 70-75% der normalen Geschwindigkeit.
Die Option
DSP LLE on Thread ist nur für den DSP LLE Recompiler interessant. Beim Aktivieren wird dieser in einem separaten Thread ausgeführt. Lohnt sich besonders bei Quad- und Hexacore-CPUs. Schwächere Prozessoren kann diese Option völlig überlasten. Meine CPU packt diese Option mühelos. Einziger Nachteil: es entsteht ein wenig mehr Wärme.
FPS-Boost-Tipps | Klappe, die Vierte!
Nun werfen wir einen Blick auf die allgemeinen Grafikeinstellungen.
Nutzt man als Betriebssystem Windows, sollte man als Grafik-Backend
Direct3D9 wählen. Dies gilt zurzeit als das stabilste und beste.
Direct3D11 soll angeblich etwas langsamer und inkompatibler sein, da es sich noch in Entwicklung befindet.
Das langsamste Backend ist
OpenGL und ist Pflicht für alle Linux bzw. Mac OS X User. Die restlichen Optionen inklusive der Software Renderer sind für dieses How-To von sehr geringer Bedeutung. Somit gilt:
Software Renderer ---> OpenGL ---> Direct3D11 ---> Direct3D9
FPS-Boost-Tipps | Klappe, die Fünfte!
Mit den Grafik-Erweiterungen kann man die Grafik aller Games anpassen. Dank Anti-Aliasing, anisotropischen Filtern und co. kann man so die Grafik spürbar verbessern.
Doch halt!
Anti-Aliasing wird höchstwahrscheinlich die FPS in den Keller sinken lassen. Deshalb gilt:
AA nur bei sehr sehr guten Grafikkarten aktiveren. Die
Internal Resolution (= interne Auflösung) ist standardmäßig auf 1x eingestellt. Das entspricht dem Wii-Standard. Je nach Stärke der Grafikkarte kann man die IR bis auf 4x anheben. Meine GPU schafft bei einigen Games 3x (3-fach bessere Grafik als bei der Wii), Standard sind bei mir 2.5x, einige wenige Games packt meine GPU "nur" mit 2x. Auch hier gilt: Ausprobieren. Nur so kann man ohne FPS-Verlust gute Grafik erzielen.
Anisotropisches Filtern ist normalerweise auf 1x eingestellt und kann bis zu 16x angehoben werden. Es gibt, wenn überhaupt, nur minimale Performance-Verluste. Ausprobieren ist auch hier das Mittel der Wahl. Die Option
Per-Pixel-Lighting verbessert nochmals die Qualität der Texturen, jedoch wird die Performance bei schwachen Grafikkarten leicht sinken. Deshalb sollte man diese Option je nach Stärke der GPU deaktiveren. Auch hier gilt wieder, wie immer: Ausprobieren.
FPS-Boost-Tipps | Klappe, die Sechste!
Die Hacks bieten einige Optionen zum Verbessern der FPS-Rate.
Cache Display List ist zwar experimentell, kann aber die FPS-Rate ein wenig erhöhen. Deshalb sollte man diese Option aktivieren, bei Problemen hingegen deaktiveren.
Fast Mipmaps sind standardmäßg aktiv und verbessern die Performance je nach GPU erheblich.
Besonderes Augenmerk gilt dem Punkt
Open MP Texture Decoder. Besitzt man mindestens eine Quadcore-CPU, sollte man diese Option aktiveren. Dadurch werden Texturen in mehreren Threads dekodiert. Das führt womöglich zu einer Erhöhung der Performance. Hier gilt: Ausprobieren.
Gerüchte besagen, dass
Keine Beleuchtung und
Kein Nebel die FPS-Rate ebenfalls erhöhen. Jedoch verursacht das Aktiveren dieser Optionen grafische Probleme und ist daher nicht zu empfehlen.
Die Option
Skip EFP Access from CPU erhöht die FPS-Rate in einigen Games erheblich, z.B. Super Mario Galaxy. Jedoch kann sie bei anderen Spielen Probleme verursachen. Deshalb ist Ausprobieren hier angebracht.
FPS-Boost-Tipps | Einiges zum Testen...
Möchte man noch mehr FPS gewinnen, helfen womöglich Programme.
GameBooster oder
App Booster deaktiveren unnötige Hintergrundprozesse etc. und verhelfen der zu startenden Applikation zu einem Speedup.
Auch das höhere priorisieren von Dolphin via Taskmanager könnte die FPS-Rate erhöhen. Das Deaktiveren von
Aero unter Windows 7 wird vermutlich auch eine Verbesserung der FPS-Rate bringen.
Stärkere Systeme werden davon nur sehr wenig oder gar nichts spüren.
Schlusswort
Ich hoffe, euch hat das kleine HowTo geholfen und bringt euch mehr Spaß mit dem Dolphin-Emulator. Über eine positive Bewertung würde ich mich freuen

Falls es Vorschläge, Anregungen oder weitere Tipps gibt, nur her damit.
Einige Games verlangen andere Einstellungen. Diese Tricks hingegen sollten bei einem Großteil aller Games funktionieren! Falls nicht, muss ein wenig experimentiert werden.
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